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Ersatz und Sanierung Kolonie 1+3 Zürich

Projektwettbewerb 2018, 1. Rang


Die Baugenossenschaft Wiedikon plant, ein Wohnhaus aus den 70er Jahren mit bautechnischen und energetischen Mängeln, sowie einem unzeitgemässen Wohnungsangebot durch einen Neubau zu ersetzen. Zudem müssen im Zuge der Erarbeitung eines Ersatzneubau-Projekts Überlegungen zur Sanierung und möglichen Aufstockungen der Kolonien an der Saum- wie auch an der Goldbrunnenstrasse mit aktuell 31 Wohneinheiten gemacht werden.

Im Gegensatz zum Bestand fügt sich der vorgeschlagene Ersatzneubau passgenau allseitig in den vorgefundenen Blockrand ein. Ein leichter Splitlevelversatz hilft dabei, die unterschiedlichen Höhenlagen an der Saum- respektive der Goldbrunnenstrasse aufzunehmen und derart sehr selbstverständlich an den Bestand anzuschliessen. Auch die strassenseitige Fassadengestaltung bezieht sich in Rhythmus, Proportionen und baulichen Elementen stark auf den vorgefundenen quartiertypischen Ausdruck.

Zum Hof wird eine offene Treppenanlage vorgeschlagen, welche als Ort der Begegnung dient und hoch führt bis zur gemeinschaftlichen Dachterrasse mit Aussenküche, Pergola und Kräutergärten für beide Kolonien. Ein grosszügiger gedeckter Durchgang zum Innenhof erschliesst einen Gemeinschaftsraum für die ganze Siedlung. Vom Leonhard Ragaz Weg her erschlossen wird ein Kindergarten der Stadt Zürich, auch dieser erhält einen direkten Ausgang auf den Hof.

In den Bestandesbauten werden die Küchen und Bäder saniert, die Fenster ersetzt und die Kellerdecken gedämmt. An der Saumstrasse 61 wird mit Wohnungszusammenlegungen und Dachgeschossausbauten der ehemals starre Wohnungsmix erweitert. An der Goldbrunnenstrasse 158 + 160 wird das Dachgeschoss ausgebaut, respektive aufgestockt. Auch hier entsteht mit den Maisonettewohnungen eine attraktive Erweiterung des Wohnungsangebots. Im Neubau sind jeweils vier Wohnungen sind pro Geschoss angelegt. Zwei Familienwohnungen besetzen die Ecken des Blockrands und profitieren somit von einer dreiseitigen Ausrichtung. Dazwischen liegen zwei altersgerechte Kleinwohnungen. Die unterschiedlichen Eingriffstiefen und Wohnungsgrössen generieren ein grosse Bandbreite von Mietzinsen für ein breites Bewohnerspektrum.

Der ehemals unattraktive Hofraum der Wohnsiedlung erfährt eine umfassende Revitalisierung und Aufwertung. Es entsteht ein dichtes und vielfältiges Nutzungsangebot welches den Austausch und das genossenschaftliche Gemeinschaftsleben fördert. Die intensive Begrünung im Hof und auf der Dachterrasse mit Aussenküche, Kräuter- und Beerengarten beeinflussen das Mikroklima positiv, indem sie durch Wasserspeicherung und Verdunstung zur Kühlung und Luftverbesserung beitragen. Die IV-gerechte Erreichbarkeit aller gemeinschaftlichen Angebote wirkt inklusiv und fördert das Zusammenleben der verschiedenen Generationen.

Die Siedlung erreicht einen ökonomischen und ökologischen Mehrwert durch Verdichtung und die Weiternutzung der bestehenden Ressourcen und baulichen Strukturen. Der Bestand wird gezielt weiterentwickelt, strangsaniert und energetisch ertüchtigt, wodurch seine Zukunftsfähigkeit nachhaltig gesichert und die Energieeffizienz deutlich gesteigert wird. Eine Holzschnitzelheizung deckt den Heizwärmebedarf für die ganze Siedlung, die Dächer werden wo möglich und sinnvoll mit Photovoltaik ausgerüstet. Die Dachgeschosse werden gedämmt, ausgebaut und teilweise aufgestockt, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und den Gesamtenergiebedarf zu optimieren.

Standort
Zürich-Wiedikon
Jahr
2018–2023
Bauherrschaft
Baugenossenschaft Wiedikon, Zürich
Projektteam
Architektur: Gisela Radunsky (Projektleitung Ausführung), Samuel Waehry (Projektleitung Bauprojekt)
Baumanagement: Meier + Steinauer Partner AG, Zürich
Landschaftsarchitektur: Albiez de Tomasi GmbH, Zürich
Farbgestaltung: Katrin Oechslin, Zürich
Statik: WKP Bauingenieure AG, Zürich
Holzbau-Ing.: Timbatec AG, Zürich
HLS-Ing.: 3-plan, Winterthur
E-Ing.: Gutknecht Partner, Wädenswil-Au
Bauvolumen
17.7 Mio CHF (BKP 1-9)
Programm
Ersatzneubau mit 16 Wohnungen, Kindergarten und Gemeinschaftsraum Sanierung und Erweiterung Bestandesbauten mit 35 Wohnungen
Fotos
Fotos © Roger Frei